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Alltägliches

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Ausgabe 4/2016

Die ersten Smartphones gab es be-

reits in den 1990er Jahren, aber erst

nach der Einführung des iPhones von

Apple in 2007 entstand ein wahrer

Run auf die Geräte.

Heute ist das Smartphone kaum noch

aus dem Alltag wegzudenken, eröff-

net es uns doch sozusagen ein „Tor

zur Welt“. Egal, wo man sich gerade

befindet, man schaut den Liveticker

von Nachrichten, hat Kontakte zu

Menschen weltweit, kann in Sekun-

denschnelle im Netz recherchieren,

was man gerade nicht weiß - und so

mancher streichelt lieber über den be-

rührungsempfindlichen Bildschirm

seines Smartphones als über die Haut

seines Ehepartners. Das Smartphone

ist Fotoapparat, Filmkamera, Spiele-

konsole, Navigationsgerät, Minilap-

top, und wird in seltenen Fällen so-

gar auch als Telefon benutzt…

Smombies

Wer abends in einer Großstadt un-

terwegs ist, sieht vor allem eines: Die

nach unten gerichteten, anmutig il-

luminierten Gesichter der Passanten,

die während ihres Ganges durch die

Stadt auf ihre Smartphonedisplays

schauen. Smombies nennt man sie,

eine Kollage aus Smartphone und

Zombie – durch den ständigen Blick

auf das Handy so abgelenkt, dass die

Umgebung nicht mehr wahrgenom-

men wird. Sie kommunizieren mit

Freunden und

Partnern, mit

denen sie ge-

rade in diesem

Moment nicht

zusammen sein

können

oder

machen

Ac-

tionspiele, die

sie so sehr in

Beschlag neh-

men, dass sie

dafür auch mal

reale Mitbürger

auf der Straße

anrempeln und

auch hin und

wieder

eine

rote

Fußgän-

gerampel über-

sehen.

Manche Städte

beugen schwe-

ren

Unfällen

vor: In Augs-

burg etwa gibt

es nun Boden-

ampeln. LED-

Lampen sind

am Bordstein in

den Boden eingelassen und blinken

rot, wenn sich eine Tram nähert. So

braucht der Handynutzer nicht mehr

den Blick vom Bildschirm zu lösen

und bleibt stehen.

Das Smartphone

wird von man-

chen Vertretern

der älteren Gene-

ration abgelehnt.

Aber waren es

nicht immer tech-

nische Neuigkei-

ten, die zunächst

Ablehnung

bei

den Alten fanden?

Angefangen vom

Fernsehen - das

heute seine Wich-

tigkeit bei den Jugendlichen verloren

hat, denn alle Filme lassen sich gut

auf dem Smartphone anschauen –

über Video, Gameboy, Spielkonsole

und PC. Alles Neue wird immer von

Teilen der Gesellschaft abgelehnt.

Keine Langeweile

Natürlich eröffnen sich durch das

Smartphone so viele Beschäftigungs-

möglichkeiten für Jugendliche, dass

Langeweile heutzutage gar nicht

mehr aufkommen kann. Eher Verwir-

rung ob der fast unbegrenzten Mög-

lichkeiten. Die Kontaktliste wächst

ins Unendliche, ständig wird kom-

muniziert, mit dem Klassenkollegen

im Bus spricht man aber lieber nicht,

das gilt als eher uncool.

Smartphones - Über Smombies und WhatsApp…