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Aus der Region

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Ausgabe 4/2016

Interessante Einblicke in die Geschichte Neheims

Die Broschüre, geschrieben von Jo-

hannes Rahmann und Franz Josef

Schulte, nimmt uns mit auf einen in-

teressanten Streifzug durch die loka-

le Vergangenheit.

Eigentlich hatte Johannes Rahmann

nur einen Artikel über das Baupro-

jekt der

AWG

„Am Müggenberg“

geplant. Seine Recherchen bezüglich

der Wohnblocks aus den 50er Jahren

führten ihn jedoch auch weiter zu-

rück in die Geschichte Neheims und

Arnsbergs. In den Jahresberichten

der damaligen Stadt Neheim-Hüsten

und den archivierten Ausgaben der

Westfalenpost und der Westfälischen

Rundschau fand er so viel Material,

dass er sich entschloss, dem Thema

„Wohnungsnot in Neheim in den

Nachkriegsjahren“ ein ganzes Heft

zu widmen, das nun mit 160 Seiten

eine beachtliche Broschüre geworden

ist. Für die Gestaltung des Heftes war

Martin Hohlwegler verantwortlich.

Die spannende Zeit des Aufbaus und

Umbruchs in der Region ist sicherlich

nicht nur für die ältere Bevölkerung

interessant, sondern auch für die Ju-

gend lesenswert.

Wohnungsnot

Spannende Geschichten und tolle Bil-

der bietet das Heft: Aufgrund nicht

vorhandener Baumaterialien war An-

fang der 1960er

Jahre nicht an

Neubauten zu

denken. Statt

massiver Ge-

bäude waren

Baracken da,

die im Krieg

für Zwangsar-

beiter entstan-

den

waren.

So lebten z.B.

noch vor 60

Jahren Im Ohl

15 Haushalte mit insgesamt 68 Perso-

nen in baufälligen Baracken.

1953/54 mussten im Kreis Arnsberg

zusätzlich über 5.600 Sowjetflüchtlin-

ge untergebracht werden. Die Woh-

nungsnot war sehr groß, zu heutiger

Zeit kaum vorstellbar!

Die

Wohnungsgenossenschaft

Neheim-Hüsten, heute

AWG

, trug

nach und nach durch den Bau neuer

Häuser einen großen Teil dazu bei,

dass sich neue Stadtteile in Neheim

bilden konnten.

Gründung der

AWG

Aber auch über die Entstehung von

Wohngebäuden in anderen Orten

wie z.B. Hüsten und Bergheim wird

berichtet. Ein Artikel ist der Grün-

dung und Geschichte der heutigen

AWG

gewidmet.

Der Leser erfährt Interessantes über

die Nachkriegszeit in der Region.

Kaum vorstellbar ist, dass damals

Besatzungsmächte Häuser für sich

in Beschlag nahmen. So mussten teil-

weise Familien ihre Gebäude für die

Besatzer räumen und wohnten dann

in Ziegenställen oder unbeheizten

Anbauten ohne WC.

Lebensmittelbezugsscheine, die es im

Jahre 1950 auch noch gab, sind abge-

bildet und erinnern daran, dass man

nicht immer alles im Supermarkt um

die Ecke in Hülle und Fülle fand.

Auch die Mithilfe der Bevölkerung

gegen Schädlinge in der Landwirt-

schaft ist in unserer modernen Welt

überflüssig geworden - in Zeitungs-

artikeln aus dem Jahre 1948 wird

dazu aufgerufen, sich am Kampf ge-

gen die Kartoffelkäfer zu beteiligen.

Da fällt es schwer, von der „guten

alten Zeit“ sprechen!“

Es gibt aber auch viele schöne Erin-

nerungsbilder an glückliche Tage in

den 70er Jahren, vielleicht erkennen

die älteren Leser Bekannte oder gar

sich selbst auf den alten Fotos.

Das Heft 62 des Heimatbundes

Neheim-Hüsten e.V. „An Möhne,

Röhr und Ruhr“ ist bei der

AWG

für

die Gebühr von 4,- € erhältlich. Die

Stückzahl ist begrenzt, daher bitte

schnell besorgen!

Jetzt bei der

AWG

: „An Möhne, Röhr und Ruhr“, die neue Broschüre des Heimatbundes Neheim Hüsten e.V.